08.03.2016

STARKE VORSTELLUNG BEIM ERSTEN OFFIZIELLEN TEST 2016

Marcel Schrötter stellte mit konstanten Top-10-Platzierungen über die Dauer des ersten offiziellen Tests des Jahres sein Potenzial eindrucksvoll unter Beweis

Herrliches Wetter im Verlauf der dreitägigen Testfahrten auf dem Circuito de Jerez ermöglichten Teams und Fahrern der Moto2-Klasse optimale Verhältnisse. Der erste von zwei IRTA Tests wurde von Mittwoch bis Freitag in Jerez de la Frontera durchgeführt.

Nach einem erfolgreichen privaten Test in Südspanien vor einer Woche auf gleicher Rennstrecke ging der 23-jährige Schrötter mit berechtigt hohen Erwartungen in die vorletzten Saisonvorbereitungen. Doch dieses Mal gestaltete sich der Verlauf über die drei Tage mehr als abwechslungsreich. Es dauerte eine Weile bis Schrötter an seine starken Rundenzeiten des vorhergegangenen Tests anknüpfen konnte, ehe am Morgen des zweiten Tages ein Befreiungsschlag in Form der viertschnellsten Rundenzeit in dieser Session folgte. Doch in dieser Art und Weise sollte es wegen verschiedenster Probleme nicht weitergehen. Trotz aller Widrigkeiten zeigte Schrötter Entschlossenheit und Willen, indem er in jeder Situation sehr starke Einzelergebnisse in den einzelnen Zeitenlisten einfuhr. Am Ende des Tests war seine persönliche Bestmarke aller drei Tage die zehntschnellste Rundenzeit insgesamt.

Vor dem WM-Auftakt mit dem Grand Prix of Qatar am 20. März, gibt es weiteren dreitägigen offiziellen Test auf dem Losail International Circuit in Katar. Für Schrötter und sein AGR Team eine willkommene Gelegenheit der Abstimmung der Kalex Moto2-Rennmaschine auf einer anderen Rennstrecke einen weiteren Feinschliff zu verpassen.

#23 Marcel SCHRÖTTER (AGR Team, Kalex) - 1´42.530 (167 Runden insgesamt):

"Im Grossen und Ganzen war es ein guter Test für uns sowie auch ein gelungener Einstand in die eigentliche Saison. Ich bin mit meiner konstant starken Pace zufrieden und ich war auch immer im Spitzenfeld platziert, auch wenn es für ganz vorne noch nicht gereicht hat. Die drei Tage verliefen allerdings recht abwechslungsreich, eigentlich mehr als mir lieb war. Am ersten Tag tat ich mir zunächst schwer auf die Rundenzeiten zu kommen, die ich beim Jerez-Test vor einer Woche locker geschafft hatte. Irgendwie fühlte ich mich mit dem Bike nicht so wohl, wie ich es gerne gehabt hätte. Während der ersten zwei Sessions wollte uns kein Fortschritt gelingen. Erst am späten Nachmittag ist uns hinsichtlich der Abstimmung ein bedeutender Schritt gelungen. Ich konnte sofort wieder tiefe 1´43er Rundenzeiten fahren. Zumindest konnte ich mit dieser Marke dort anschliessen, wo ich vor einer Woche aufgehört hatte. Am nächsten Tag ist mir ein richtiger starker Start gelungen. Wir waren in der Lage auf der Basis des Vortags aufzubauen und ich konnte auf Anhieb meine Rundenzeit um eine gute halbe Sekunde verbessern. Das hat natürlich mein Gefühl und Vertrauen gesteigert sowie ich auch glücklich war, mit dem Bike einen weiteren wesentlichen Schritt gemacht zu haben. Über den weiteren Verlauf des Tages haben wir verschiedene Dinge ausprobiert, wobei wir positive sowie auch weniger gute Ergebnisse erzielten. Ein weiterer Punkt war auch mit der Reifenoption zu arbeiten, die für unser Package eigentlich weniger gut funktioniert. Doch wir wollten das Kontingent der besseren Reifenmischung für eine mögliche Zeitenjagd sparen, daher haben wir so entschieden. Unabhängig davon verlief die letzte Session des Tages seltsam. Erstens war ich selbst nicht in Bestform sowie sich auch das Motorrad irgendwie anders anfühlte. Wir arbeiteten hauptsächlich an der Race-Pace, wie schon vor einer Woche und so wie auch am ersten Tag. Es dauerte allerdings einige Runs bis ich wieder in Schwung kam. Am Ende gelang doch noch eine kleine Steigerung und viel wichtiger, ein bedeutender Fortschritt hinsichtlich der Abstimmung. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Motorrad immer mehr meines. Allerdings hielt dieses Hoch nicht lange. Der letzte Testtag verlief ungemein schwierig. Wir sind zwar mit dem Stand vom Vortag gestartet, aber aus irgendwelchen Gründen kam ich von Beginn an nicht in Schwung und schon gar nicht auf anständige Rundenzeiten. Im Nachhinein betrachtet haben wir uns wahrscheinlich mit den Reifen verzettelt. Damit meine ich, dass wir ein Satz zu lange benutzten. Sowohl der Vorder- als auch der Hinterreifen hatte am Ende mehr als 40 Runden drauf und durch das ständige Abkühlen und Erhitzen haben sie überhaupt nicht mehr funktioniert. Doch auch mit neuen Reifen wollte nichts gelingen, ich war bei weitem nicht so schnell wie an den vergangenen Tagen.i Ein weiterer Wechsel auf neue Reifen bewirkte ebenfalls keine Änderung. Von dem her haben wir wieder am Setup getüftelt, in der Annahme, dass der vorherige Stand zu stark auf gebrauchte Reifen ausgelegt war. Mit den extra gesparten Reifen des Typs 2 wollten wir eigentlich auf Zeitenjagd gehen. Doch wegen all dieser Schwierigkeiten war die Mittagssession so gesehen bereits gelaufen, bevor wir loslegen konnten. Erst als wir uns am Nachmittag einen Reifen aus dem Kontingent meines Teamkollegen Axel Pons sozusagen ausborgten, ging es mit den Rundenzeiten wieder in Richtung 1´42. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt das Bike wieder grundlegend umgebaut, sodass wir weit vom Stand des Vortages entfernt waren. Nach den Fortschritten am Donnerstag war es natürlich schade, dass wegen besagter Schwierigkeiten zum Schluss des Tests keine Steigerung mehr möglich war. Noch dazu bin ich deswegen leider in der Gesamtzeitenliste ein, zwei Position zurückgerutscht. Doch wir haben gezeigt, dass wir jederzeit in der Lage sind in die Top-10 zu fahren. Am kommenden Wochenende haben wir in Katar einen weiteren Test, bevor dann die Rennen losgehen. Es ist auch längst fällig, dass ich mit diesem Motorrad auf einer anderen Strecke endlich einmal zum Fahren komme. Bislang habe ich mit meinem neuen Team und der Kalex nur in Jerez und Valencia getestet. Ich freue mich auf den Katar-Test, da die Piste dort ungleich flüssiger und auch die Asphaltbeschaffenheit komplett anders ist. Ausserdem werden die Bedingungen am Abend ganz andere Voraussetzungen verlangen als hier in Spanien. Aber ich denke, dass wir gut gerüstet dorthin gehen können, zumal gerade die gestrigen Erfahrungen sehr hilfreich sein werden. Ganz klar gibt es noch reichlich Spielraum für Verbesserungen, aber selbst mit Problemen wie am letzten Testtag fehlt im Grossen und Ganzen nicht viel. In jeden Fall stimmt die Basis und diese zu verbessern, dahingehend werden wir uns in Katar mächtig anstrengen.“


Quelle : www.marcel-schroetter.de Fotoquelle: © Marcel Schrötter
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